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Veröffentlichung der Luftverschmutzung

Ergänzung zu meinem Artikel Veröffentlichung der Luftverschmutzung vom Dienstag, 06. Februar 2018.

Neue Zahlen des European Pollutant Release and Transfer Register (E-PRTR) sind veröffentlicht. Alle zu meldenden Daten über den Verschmutzungseintrag von Anlagen jedweder Art in Luft und Wasser. Das E-PRTR ist eine Abteilung der European Environment Agency. 

Danach sind in der Region Köln fünf Kraftwerke erfasst, die 2016 insgesamt 1003 t Feinstaub in die Luft gepestet haben. Daneben eine Einheit eines Mineral verarbeitenden Betriebs mit alleine 58,5 t Feinstaub. Das macht zusammen ca. 1062 t Feinstaub im Jahr 2016.

Für Düsseldorf sind drei Kraftwerke erfasst, die 2016 insgesamt 623 t Feinstaub in die Luft gepestet haben.

Zum Vergleich die durchschnittlichen Jahreswerte für ganz Deutschland (Werte für 2001, lt. Umweltbundesamt, ohne Belastung aus Braunkohletagebau, Reifen- und Straßenabrieb):

Wirtschaft: 74.000 t/Jahr, 

Verkehr: 64.000 t/Jahr,

Luftverkehr, Schiffsverkehr und sonstiger Verkehr: 16.000 t/Jahr,

Schienenverkehr: 6.000 t/Jahr,

Privathaushalte und Kleinverbraucher: 33.000 t/Jahr,

Elektrizitäts- und Fernheizwerke: 19.000 t/Jahr,

Landwirtschaft: 15.000 t/Jahr.

Von dem gesamten Feinstaubdreck in Deutschland machen also die Kraftwerke im Westen Kölns etwa 10% aus.

In WIKIPEDIA steht dazu, dass diese Werte eine Gesamtzahl von rund 205.000 t/Jahr ergaben. Diese Zahlen waren jedoch in vieler Hinsicht unvollständig. Zum Beispiel wurde Feinstaub aus Tagebauen wie dem Braunkohletagebau ignoriert und der Anteil des Straßenverkehrs wurde zunächst nur teilweise berücksichtigt: Der Abrieb von Reifen, Bremsbelägen und Straßenasphalt fehlte. Der Reifenabrieb verursachte grob geschätzt rund 60.000 t/Jahr (davon PM10-Anteil etwa 10 %, also rund 6.000 t/Jahr) und der Bremsabrieb 5.500 bis 8.500 t/Jahr (überwiegend PM10) (Umweltbundesamt 2004). Über Emissionen von der Straßenoberfläche sind keine Schätzungen bekannt. 

Da sich der Braunkohletagebau von RWE vor den Toren Kölns, genauer gesagt im Westen Kölns abspielt, muss der Feinstaub aus anderen Quellen vor dem Hintergrund des Feinstaubs aus dem Braunkohleabbau gesehen werden. Es wird geschätzt, dass dieser etwa 25% des Gesamtfeinstaubs ausmacht, das wären bundesweit 50.000 t/Jahr. Da lt. WIKIPEDIA mit

Jänschwalde (Jänschwalde), Brandenburg, Brandenburg, 1974 - 2023 [1], 3165 ha (bis 2041)[2], in Betrieb, LEAG,

Nochten (Nochten,) Sachsen Sachsen 1968 ca. 2050 9000 in Betrieb LEAG,

Reichwalde (Reichwalde) Sachsen Sachsen 1985 ca. 2040 – in Betrieb; 1999–2010 gestundet, Förderung wurde 2010 mit Fertigstellung des Blocks R des Kraftwerks Boxberg wieder aufgenommen LEAG,

Amsdorf (Amsdorf) Sachsen-Anhalt Sachsen-Anhalt 1958 ca. 2035 1000 in Betrieb ROMONTA GmbH,

Profen (Profen) Sachsen-Anhalt Sachsen-Anhalt 1941 2035 1660 in Betrieb Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft (MIBRAG) und

Tagebau Vereinigtes Schleenhain (Schleenhain) Sachsen Sachsen 1949 ca. 2040 2500 (bislang genutzt) in Betrieb Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft (MIBRAG)

noch weitere Braunkohletageabbaugebiete existieren, errechne ich den jeweiligen Anteil der Braunkohleabbaugebiete über die Anzahl der Orte, wo ABGEBAUT wird, da mir die genauen Immisionszahlen bzw. Förderzahlen der Anlagen noch fehlen.

In Nordrheinwestfalen liegen dagegen die folgenden, in Betrieb befindlichen Abbaugebiete

Garzweiler Nordrhein-Westfalen Nordrhein-Westfalen – ca. 2045 2300 in Betrieb (Rekultivierung mit Landschaftssee gepl.) RWE Power,

Hambach Nordrhein-Westfalen Nordrhein-Westfalen 1978 ca. 2040 ca. 4000 in Betrieb RWE Power und

Inden Nordrhein-Westfalen Nordrhein-Westfalen 1978 ca. 2030 1100 (genehmigt: 4500) in Betrieb (Rekultivierung mit Landschaftssee gepl.: Indescher See) RWE Power.

Damit stehen 6 Gebieten im Osten 3 Gebieten im Westen gegenüber, so dass 1/3 der deutschen Gesamtbelastung von Feinstaub aus Tagebauen wie dem Braunkohletagebau im Westen Kölns entsteht. Dies sind zusätzliche 16.666 t/Jahr Feinstaub in unmittelbarer Nähe von Köln und Düsseldorf. Zusammen macht das also 18.300 t/Jahr, die Köln zusätzlich mit Feinstaub belastet ist, im Verhältnis zu anderen Regionen Deutschlands, mit Ausnahme der östlichen Braunkohleabbaugebiete, wo die Energie über die Hochspannungsleitungen sauber ins Land kommt.

Anders als dort ist allerdings, dass hier im Westen ein Ballungszentrum mit mehr als 10 Millionen Einwohnern in unmittelbarer Nähe liegt, was dadurch verschlimmert wird, dass der Wind und das Wetter hier im Wesentlichen aus westlichen Richtungen kommt, von genau dort, wo die Kraftwerke stehen und die Braunkohle abgebaut wird.

Ein Tag Traum (Ergänzung vom 28.12.2018)

Wetter heute - Ergänzung vom 28.12.2018

Die Übersichtstabelle in Wikipedia - Köln - Geographische Lage und Klima hat seit 2016 offenbar eine weitere Ergänzung mit den Kölner Sonnenstunden erhalten. Diese ist offenbar aus der diesbezüglichen Grafik der Website wetteronline.de übernommen.

Insofern ist mein Beitrag vom Mai 2013 nicht mehr korrekt, wo es heißt: "Was die Übersicht nicht anzeigt, sind die Sonnenstunden pro Tag (welche bei anderen Städten allerdings vorliegt)".

Eine wirklich sehr informative Ergänzung. Und anscheinend war dieser Mangel in der Grafik auch anderen aufgefallen.