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Das Kölner Wetter und andere Unannehmlichkeiten

Man spricht davon, dass es ein außergewöhnliches Jahr sei. Das sei nicht normal, wie dieses Jahr das Wetter verrückt spielt. Soetwas hat es doch noch nicht gegeben. Und immer ist das Kölner Wetter gemeint. Und jedes Jahr wiederholt sich das.

Ich kann nur sagen: Nein, das Kölner Wetter war bereits letztes Jahr schlecht und das Jahr zuvor. Und das setzt sich so eine ganze Zeit in die Vergangenheit fort. Aber es ist beachtlich, dass es tatsächlich Einschnitte gab, die eine deutliche Verschlechterung nach sich zogen und das nicht nur gefühlsmäßig, aber auch. Und ich meine, diese Einschnitte sind nicht natürlicher Art oder auf den Klimawandel zurückzuführen.

Vielmehr denke ich, dass der Klimawandel gerne vorgeschoben wird, um aktuelle Umweltverfehlungen oder einfach billigend von der Politik in Kauf genommene Umweltbelastungen zu vertuschen, zu verheimlichen oder zumindest davon abzulenken. Denn wer wird denn das Kraftwerk in der Nachbarschaft mit seinen vielen Filtern und Reinemacheanlagen noch dafür verantwortlich machen, dass das Wetter über einem schlecht ist, wenn es doch die vermeintlich viel logischere und ökonomisch bessere Erklärung gibt, dass das dem Klimawandel zuzuschreiben sei.

Also auch hier ist genaues hingucken gefragt. Aber fangen wir mal damit an, die Auswirkungen zu beschreiben.

Morgentlicher Nebel
Morgentlicher Nebel in Köln - Aachener Weiher
(Juni 2016)

Das Regenloch

In der deutschsprachigen Wikipedia stand zum Klima in Köln, dass "man schnell den Eindruck gewinnen könne, Köln sei ein Regenloch, aber das sei nicht wahr...". Nun, für mich ist es unbestreitbar:

Die sogenannte Kölner Bucht ist ein Regenloch. Lange Regenperioden,kurze Sonnenmomente

Seit 22. Mai 2016 - und heute ist der 16. Juni 2016 - ist die Sonne nur kurz hinter schweren, oftmals gewittrigen Wolken hervorgekommen. Dies war aber nur ganz früh am Tag, so zwischen 5:30 und 6:00 Uhr oder am Abend kurz vor dem Dunkelwerden.

Man hatte in der Innenstadt und den Zentrumsnahen Stadtteilen selten Gelegenheit die Sonne überhaupt zu geniesen, denn die Feuchtigkeit überall ließ es nicht zu, dass man sich auf eine Parkbank oder gar ins Gras setzen konnte. Ich habe Parkbänke gesehen, die regelrecht in kleinen Seen standen und Sturzbäche, wo früher Wege waren. Die Stadtverwaltung hat Problem, die Wege in Ordnung zu halten, dort wo sie Sand- oder Schotterbelag haben.

Es laufen Keller voll und die Gullis der Straßen fassen die Wassermassen schon lange nicht mehr, die plötzlich aus dem Himmel fallen. Sie stehen tagelang in den Straßen bis sie verdunstet, versickert oder von großen Saugmaschinen entfernt worden sind und tragen ihrerseits zu einem unangenehmen Waschküchenklima bei.

Lichtmangel und andere Erscheinungen

Über die Zeit eines Jahres hinweg summiert sich die Anzahl der Stunden im Vergleich zu anderen Orten in Deutschland oder Europa, in denen die Lichteinstrahlung am Tag gehemmt ist. Die Auswirkungen sind höherer Energieverbrauch der Bevölkerung, einfach weil mehr Licht eingeschaltet werden muss. Im Winter kommt eventuell auch höherer Heizbedarf hinzu.

Die Verbindung von Luftverschmutzung und Wetter

Verschmutzungseintrag in den Kölner Luftraum
Verschmutzungseintrag in den Kölner Luftraum
(Juni 2016)

Ob man heute noch erklären muss, dass es eine Verbindung zwischen der Luftqualität und dem (Mikro-)Klima gibt? Luftverschmutzung erzeugt Aufheizung höherer Luftschichten und Kondensation von Feuchtigkeit an den Verschmutzungsbestandteilen. Treibhauseffekt ist die Folge. Dies kann lokal, regional oder Regionen übergreifend der Fall sein.

Zunahme des Bedeckungsgrades und des Regens in einer betroffenen Gegend, vor allem auch in Form von Gewittern sommers wie winters ist die Folge.

Der Verschmutzungseintrag in den Kölner Luftraum ist enorm, betrachtet man die Fahnen der Kraftwerke und industriellen Anlagen in der Umgebung. Aus den Kühltürmen steigen große Massen an Wasser, die mit Abluft aus der Braunkohleverbrennung durchsetzt und/oder vorverschmutzt sind und aus Schornsteinen der Firmen einfach schmutzige Abluft.

Das sind beste Bedingungen für weite Kondensation von Wasserdampf aus Wolken an diesem Verschmutzungseintrag der Betreiber.

Nicht alleine Schuld

Kraftwerke leisten, wie gesagt, wohl einen großen Beitrag, sind aber alles andere als alleine verantwortlich für die schlechte Wetterlage von Köln. Neben den Kraftwerken gibt es noch den Braunkohletageabbau im Westen der Stadt, nahe der Kraftwerke, dessen Feinstaubeintrag in die Kölner Luft wohl noch niemand gemessen hat und weiter Metallkocher, Stahlwerke, Chemie, Raffinerien und einen regen Verkehr um die Stadt herum.

Was das für das Kölner Klima bedeutet kann sich jeder selbst überlegen. Aber es scheint so zu sein, dass Köln tatsächlich auch nicht selbst genug auf sein Klima achtet. Während der Ruhrpott Luftqualitäten von Schwarzwaldkurorten zu erreichen scheint, bleibt in Köln und Umgebung der Smok und man tut sich schwer, eine dauerhafte und permanente Luftqualitätsmessung einzurichten und die Werte auch der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

Ein Überblick verschafft Klarheit

Ich habe bisher in Wikipedia noch keine Angaben über Städte in Deutschland gefunden, die schlechter als Köln abschneiden. Die Daten von Wikipedia basieren auf den Daten des Deutschen Wetterdienstes - DWD.

Wettervergleich - Quelle: Wikipedia, die verschiedene Artikel über die benannten Städte, (hier erfasst 04/2016)
Quelle: Wikipedia, die verschiedene Artikel über die benannten Städte
(hier erfasst 04/2016)

Selbst im DWD Deutschlandvergleich der letzten 18 Monate habe ich keine schlechteren Werte gefunden ...

Gezeigt sind die Sonnenstunden und die Regenmengen. Beides sagt aber nicht genau, wie das Klima in der Stadt empfunden wird. Das würde wohl eher eine Aufzeichnung des Bedeckungsgrades und der Temperatur erreichen.

Juli 2015

Juli 2015

Der Juli 2015 ist mal wieder zu kalt. Zwar hatten wir anfangs ein paar Tage mit guten Temperaturen, aber die der drei Tage im Juni 2015 mit bis zu 42°C erreichen wir nicht. Es schaut eher nach Herbst aus und so fühlen wir uns auch.

Die Menschen laufen mit dicken Jacken, Mänteln und Anoraks herum. Nur vereinzelt sieht man Touristen, die kurze Hosen tragen, und dass wahrscheinlich, weil sie aus wärmeren Gegenden kommen und sich nicht vorstellen konnten, dass es im Sommer so kalt sein kann - tagsüber bis max. 20 °C aber meist nur 16 °C und nachts geht es bereits bis 9°C runter.

Was für ein Sommer? Die Cafés, Terrassen und Plätze draußen bleiben ungenutzt. Selbst bei den wenigen Sonnenstrahlen, die es hat, denkt niemand daran, sich in die Parks oder gar an den Rhein zu legen.