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Altwiener Gugelhupf gibt es in verschiedenen Varianten. Ich habe ihn im Internet mit und ohne Rosinen und mit und ohne Füllung gesehen. Für mich hat er aber zumindest die Füllung, wobei jeder selbst entscheiden darf, wie "gütig" die sein darf. Also ich finde, dass einfach Zimt und Zucker völlig ausreichend sind. Ein Eiweiß und etwas gemahlene Haselnüsse oder Mandeln sind dabei auch sehr lecker.

Mein Altwiener Gugelhupf war ein Versuch von mir, nachdem ich in einem TV-Beitrag im ORF-Europe, welches vom Österreichischen Rundfunk international ausgestrahlt wird, gesehen habe, wie der Kaisergugelhupf gemacht wird.

 

In dem Fernsehbeitrag des ORF haben sie nebenbei auch die Geschichte des Rezeptes erzählt und wo es her gekommen war. Die Geschichte war dabei, dass der Kaiser Franz-Josef wohl eine Leidenschaft für den Gugelhupf seiner Mätresse hatte, deren Rezept wohl von ihrer Mutter stammte. Katharina Schratt, wie die Mätresse hieß, musste dann täglich einen Gugelhupf backen. Weil sie aber Befürchtungen hatte, dass sie mal verschlafen oder nicht rechtzeitig mit dem Backen fertig werden könnte, oder auch nur zur Sicherheit, gab sie ihr Familienrezept einer Bäckerei in der Nähe, die immer einen Gugelhupf täglich zur Sicherheit gebacken habe.

So ist das leckere Rezept von Frau Schratts Mutter an die Öffentlichkeit gelangt und Frau Schratt hatte somit Zeit für die wirklich wichtigen Dinge, und das war wohl vor allem, sich für den Kaiser hübsch schlafen, tagesaktuell sich nachrichtenmäßig auf den neusten Stand bringen, und dergleichen mehr, was eben so von einer Mätresse erwartet wird...

 

Soweit also die Geschichte hinter der Geschichte.

 

Diese Geschichte habe ich sowohl vom ORF gehört, als auch nochmal auf einer auch ansonsten interessanten Webseite gelesen, Altwiener Gugelhupf die von einem Nürnberger Backbegeisterten stammt. Ich habe diese Webseite hier also auch verlinken und möchte sie dir gerne weiterempfehlen, da sie nicht nur jene Geschichte zum Rezept schön wiedergibt, sondern auch schöne Bilder von den kaiserlich habsburgischen Lokalitäten in Ischl enthält, aber vor allem eine illustrierte Backanleitung mit Bildern aus der Küche.

Das Rezept habe ich jedoch auf der Webseite eines Österreichischen Tourismusverbandes gefunden und noch etwas abgewandelt, denn nicht alles war so, wie der Bäcker in dem Fernsehbeitrag es gemacht hatte. So angepasst, habe ich nun mein erstes Rezept gebacken. Die Bilder siehst du. Der Gugelhupf ist tatsächlich gut gelungen und schmeckt darüber hinaus kaiserlich.

 

Dabei fand ich für meine Form die 300g-Mehl-Menge des Rezeptes des Touristenverbandes zu gering und habe auf 750g aufgerechnet, wie ich es auch bei dem Nürnberger Backbegeisterten dann gesehen habe. Ich finde die größere Menge auch besser, weil der Kuchen etwas aus der Form nach oben geht und dann der Abdruck der Form besser zur Geltung kommt, wie man auf den Fotos sieht.

 

Ganz nebenbei finde ich, dass bei Hefeteig eine größere Masse grundsätzlich einen besseren Kuchen erzeugt, weil das Verhältnis von Trocken- und Nasszutaten im Inneren des Kuchens günstiger ist. An den Rändern trocknet der Kuchen nämlich beim und nach dem Backen aus. Es entsteht eine Kruste und darunter eine trockene Schicht. Hat der Kuchen eine größere Masse, wird im Inneren die Feuchtigkeit erhalten, die dann über die Zeit langsam nach außen zieht. Der Kuchen hält sich länger und schmeckt besser. Und auch zum Einfrieren weist der Kuchen damit eine bessere Konsistenz auf.

 

Bei meinem Versuch mit der 500g-Mehl-Menge hatte ich den Kuchen anschließend geviertelt und in Plastiktüten, aus denen ich vor dem Schließen die Luft weitgehend evakuiert habe, eingefroren. Ich freue mich nun (heute habe ich die erste Tüte geöffnet und aufgetaut), dass ich jedes Mal, wenn ich eine Tüte öffne, wieder ein quasi 'frisch' gebackenes Viertel eines Gugelhupfs zum Tee genießen kann. Sogar die Kruste ist dann frisch, wie am ersten Tag.

 

Im Folgenden nun aber das Rezept: