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Der Unmensch ist unter uns

Eines der amüsantesten (und bei nächtlichem Nach-Denken dann deprimierendsten) Bücher des Jahres ist dieses Werk vielleicht nur für denjenigen, dem sich philologische und soziologische Interessen eng verbinden; eines der wichtigsten Bücher des Jahres, das jeder Schreiber – vom Romancier bis zum Werbetexter – immer griffbereit auf dem Schreibtisch haben sollte, ist es auf jeden Fall:

Dolf Sternberger, Gerhard Storz, W. E. Süskind: „Aus dem Wörterbuch des Unmenschen“, Claassen Verlag, Hamburg; 134 S., 7,80 DM.

 

So fängt der Artikel von Rudolf Walter Leonhardt in der Wochenzeitschrift "Die Zeit" vom 24.10.1957 mit dem Titel "Der Unmensch ist unter uns" an. Bemerkenswert ist die deutsche Sprache, welche der Autor verwendet. Interessant ist auch der Untertitel: Ein Wörterbuch, bei dem die Seitenzahl der wichtigste Anlaß zu einer Kritik ist.

Ich bin auf den Artikel gestoßen, als ich heute Morgen in meinem Blog das Wort "Gleichschaltung" verwenden wollte, dann aber mal in Wiki nach der richtigen Bedeutung des Wortes geschaut hatte und darüber auf die Thematik "Nazi-Terminologie" gekommen bin. In Wiki ist dabei Vieles zu lesen.

Aber dann bin ich zufällig über eine Google-Seite auf eine Buchbesprechung, nämlich "Sprache unterm Hakenkreuz" von Horst Dieter Schlossers gekommen, die in der Online-Zeitung "Die Welt" mit der Überschrift "Nazi-Sprache – Begriffe, die nicht "totzukriegen" sind" am 11. Jun. 2013, also heute, veröffentlicht worden ist. Gleiche Thematik, andere Quellen. Also irgendwie fesselt mich heute dieses Thema und ist in meinen Gedanken auch nicht "totzukriegen". Dabei muss ich noch arbeiten.

Aber ich denke, ich werde es demnächst lesen, vielleicht nur das Neue, aber vielleicht auch die beiden Älteren, die in dem Artikel genannt sind, weil sie ja viel näher an der Zeit waren, über die sie berichten. 

Als fundamentale Sprachkritiken über die Sprache des Nationalsozialismus sind die beiden älteren Bücher 1945/46 von Viktor Klemperers "LTI. Die unbewältigte Sprache" in Ostdeutschland und 1957 von Sternbergers/Storz/Süskinds "Wörterbuch des Unmenschen" in Westdeutschland erschienen. Letzteres habe ich in der Uni-Bibliothek gefunden, es ist aber gerade verliehen innocent

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Zum Nachtrag vom 30.07.2019