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Park der Menschenrechte

(Dieser Artikel ist bereits durch den Artikel ergänzt. Es tut sich etwas in Köln. Und, das ist schön.)

Um die Menschenrechten steht es zurzeit nicht besonders gut. Es ist vielleicht nur Zufall, aber irgendwie scheint mir der Park der Menschenrechte in Köln Park der Menschenrechte - Kölnund besonders die Allee für Menschenrechte darin für deren Zustand kennzeichnend zu sein, denn ihnen geht es ähnlich schlecht.

Die Allee für Menschenrechte ist  ein mit Wegplatten gepflasterter Weg durch den Park, wobei einzelne Platten als Tafeln ausgestaltet sind, die jede für sich als Inschrift ein Menschenrecht wiedergibt. Sie sind wie die übrigen Platten in den Boden eingelassenen und gleichmäßig über den gesamten Weg verteilt.

Der Park der Menschenrechte wurde anscheinend von Amnesty InternationalAmnesty International initiiert, deren Name auch auf einer Tafel zu finden ist. Man findet darüber hinaus auf den übrigen Tafeln einige der Menschenrechte wie "Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit", "Schutz vor Folter und Unmenschlicher Behandlung", "Recht auf Asyl"Recht auf Asyl, "Recht auf Gleichheit", "Recht auf Bildung und Ausbildung", "Schutz vor Diskriminierung", "Recht auf Meinungsfreiheit", "Schutz vor Sklaverei und Menschenhandel", "Recht auf Soziale Sicherheit", "Recht auf Arbeit und Gerechten Lohn".

Gestern bin ich dann nach einiger Zeit mal wieder einmal die "Allee der Menschenrechte" entlang gegangen und über den erbarmungswürdigen Zustand der Tafeln 'gestolpert'. Ob Drauf-herum-treten die richtige Behandlung der Tafeln ist, scheint nicht die Frage zu sein, sondern eher, ob Drauf-herum-treten sie zerstört hat. Die Zerstörungen sind sicherlich nicht durch ein Menschengewicht zustande gekommen. Im besten Falle sind sie durch fehlerhaftes Material Schutz vor Folterbedingt gewesen. Und im schlimmsten Falle, was mir am wahrscheinlichsten ist, durch die unbedachte Benutzung der Allee der Menschenrechte durch die Kleinlaster, Kehr- und Grasschneidemaschinen der Grünflächen-Pfleger, die mir früher bereits aufgefallen waren, weil sie mir häufig mit dem Großgerät im Weg standen, wenn ich die Allee für Menschenrechte auf dem Weg zur Arbeit befahren musste, weil sie damals noch einziger offizieller Fahrradweg nach Lindenthal gewesen war.

Den derzeitigen Zustand der Tafeln kann man kurz beschreiben, denn bis auf eine, sind alle Tafeln zum Teil mehrfach zerbrochen. Es dauert sicher keine drei weitere Jahre mehr, bis von den guten Menschenrechten beziehungsweise den TafelnRecht auf Arbeit und Ausbildung, die sie tragen, in Köln nichts mehr übrig ist. Dann bleibt vielleicht noch die Erinnerung an sie, und der Name, den dieser kleine, grüne Park an der Ecke Universitätsstraße / Bachemerstraße trägt.

Der Park dient jedoch nicht nur dem Angedenken an die Menschenrechte, sondern hat noch weitere öffentliche Funktionen. Er ist eher wenig von Spaziergängern frequentiert und wird seit einiger Zeit auch nicht mehr als Fahrradweg ausgewiesen, da die Stadt nach Jahrzehnten einen Fahrradweg auf der Bachemerstraße ausgewiesen hat und den Autoverkehr dort auf zweispurigen Betrieb umgestellt hat. Nur an der Kreuzung mit der Universitätsstraße ist Stadt einwärts noch eine dritte Spur, eine Linksabbiegerspur ausgewiesen. 

Der Park der Menschenrechte dient überdies den Patienten des Hildegardis-Krankenhauses als Freigang, da das Hildegardis-Krankenhauses wohl keine anderen, eigenen Freiflächen für seine Patienten zur Verfügung stellt. Auf der Seite Boule-Kugeln - Plastik einer Köln-Lindenthaler Boule-Gemeinschaftzur Bachemerstraße hin wird für eine Lindenthaler Boule-Gruppe eine öffentliche Boule-Anlage betrieben. In Richtung Innenstadt wird der Platz durch die sechsspurige Universitätsstraße begrenzt.

Bemerkenswert ist für mich, dass es in Deutschland, außer dem Kölner Park der Menschenrechte nur noch einen weiteren gibt, und zwar in Bielefeld, Nordrhein-Westfalen. Diesem Park geht es zurzeit noch dreckiger und dass im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Stadt Bielefeld hat den Park für den Bau eines Hochwasserrückhaltebeckens schleifen lassen. Presseberichten zufolge soll der Park dort nach Abschluss der Baumaßnahmen wieder neu erstehen.

In München-Riem gibt es einen Platz der Menschenrechte, der ein großes, innerstädtisches Areal umfasst und so wohl am Besten geeignet scheint, die Menschenrechte im Bewusstsein der Menschen präsent zu halten. In Berlin ist ein von der Stiftung "Haus der Demokratie" betriebenes Veranstaltungsgebäude als 'Haus der Demokratie und Menschenrechte' bezeichnet, wobei seitens der Stiftung der Teil 'Menschenrechte' offenbar nicht im Vordergrund steht.