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Gefängnis-Blog

Teil 1: Ins Gefängnis gehen

Am letzten Wochenende habe ich viel gelernt, nämlich nicht nur, dass es in unserem Rechtssystem ganz wesentlich darauf ankommt, welche Menschen es anwenden, sondern auch, dass obwohl die Bestrafung erfolgt, um eine Tat zu sühnen, die Strafe selbst eine Maßnahme sein soll, Täter wieder in normale Bahnen, also in das bürgerliche Leben (zurück) zu führen, jedenfalls in den Fällen, in denen dies möglich ist, und das sollen doch immerhin 50% der Fälle sein.

Ins Gefängnis gehen relativ wenige Menschen, doch fürchten sich die meisten davor. Immerhin ist es Teil einer Strafe, welche in unserem Strafgesetzbuch vorgesehen ist, wenn ein Delikt besonders schwer wiegt. Aber ins Gefängnis gehen auch Menschen, wenn sie noch gar nicht verurteilt sind. Das sind Personen, welche einer Tat nach StGB beschuldigt werden und bei denen eine der drei Gefahren zu befürchten sind. Das sind erstens die Verdunkelungsgefahr, zweitens die Fluchtgefahr und drittens Wiederholungsgefahr. In diesen Fällen nennt man den Aufenthalt im Gefängnis Untersuchungshaft.

Neben dem Personal einer Justizvollzugsanstalt gibt es noch weiter Personen, die ins Gefängnis gehen. Das sind zum Beispiel Ärzte, Rechtsanwälte, Mitarbeiter von JVA-eigenen Firmen, Liefer- und Abholdienste, Handwerker, Angehörige und nicht zu vergessen, Menschen, die eine solche JVA besichtigen, Menschen wie ich also dieses Wochenende.

Über das, was ich dort gesehen und erlebt habe, schreibe ich im Gefängnis-Blog - Teil 2: Ein Gefängnis von Innen.