Nach dem Jahrhundertsommer 2018 mit der Jahrhundertdürre sind es jetzt die Land- und Forstwirte, die Grund zum Jammern haben. Klimawende hin, Treibhauseffekt her, was diese Hitzewelle tatsächlich herbeigeführt hat, kann so einfach nicht ausgemacht werden. Deutlich ist allerdings, dass es momentan wieder einen Trend zu wärmerem Wetter zu geben scheint, ob das nun Mensch gemacht oder eine Folge natürlicher, harmonisch wiederkehrender Wetterperioden ist.

 

Morgentlicher Nebel
Morgendlicher Nebel in Köln - Aachener Weiher
(Juni 2016)
 

Allerdings hatten wir bis jetzt wieder einen Teils verregneten und kalten Juni 2019, nachdem von Januar bis Mai herrliches Frühlingswetter angezeigt war. In Köln merkt man allerdings schon sehr deutlich den Einfluss des Atlantik. Die Luftfeuchtigkeit ist gerade in den Morgenstunden so hoch, wie direkt am Meer. Es scheint deshalb völlig egal zu sein, ob in Köln oder in Kalifornien. Wie hat man mir von letzterem zugetragen: May Grey und June Gloom sind die Monate in Sothern California mit "am wenigsten" Sonnenstunden. Das ist dann mal auch in Köln so, nicht wahr?

 

Und das sieht dann so aus, wie auf dem Bild vom Aachener Weiher. Wenn wir Glück haben, bekommen wir kurz vor Sonnenuntergang noch ein bisschen Sonne ab, oder aber die Nacht wird wieder wolkenfrei und klar, wenn sich alles abkühlt und sich die Feuchtigkeit als Tau  niederschlägt.

 

Jedenfalls heute sieht es bei fast 30°C nach Gewitter aus. Es ist bedeckt, nachdem ich den Morgen bei klarem Himmel und Sonnenschein doch auf dem Balkon verbringen und meine Orchideen umtopfen konnte.

"Für Mai ist es viel zu kalt!" Und die Meinung von Meteorologen ist, dass dies nur die Eisheiligen sind, die jetzt Europas Wetter bestimmen. Es ist aus Norden kalte Eismeerluft nach Deutschland, d.h. Süden eingeflossen. Es fließt seit Wochen kalte Meeresluft nach Westdeutschland ein, nur jetzt fließt sie auch bis nach Süden und macht auch vor der Österreichischen Grenze nicht halt. Und dessen ungeachtet, gibt es in Köln nach mehr als einer Woche mit deutlich mehr Niederschlägen, als die Wochen zuvor, wieder Sonne. Das hilft zwar nicht darüber hinweg, dass es ausgesprochen kalt ist, aber es macht es erträglicher.
Könnte es also sein, dass sich die jährlichen Temperaturperioden (Tieftemperatur, Übergang und Hochtemperatur) zeitlich auf Dauer verspäten oder ist dies subjektives Wetterempfinden? Jedenfalls kommt es mir vor, dass der Winter im Frühling kommt, dass der Frühling sich nach dem Sommer verschiebt und dass der Sommer weit über den Herbst hinaus geht und der Winter zu warm ist, keinen Schnee mehr bringt, Weihnachten ohne Glühweinkälte ist und eher als eine Übergangszeit daherkommt! Aber alles noch da ist, nur mit anderen Temperaturen und Wetterphänomenen.