Donnerstag, 1. August 2019

e-Scooter und Co.

 

Neue Dinge machen das Leben interessanter. E-Scooter, also Elektroroller sind seit Kurzem auf der Straße und überfluten die Fahrradwege, ob abgestellt oder in Betrieb.

Das ist nicht wirklich gut für die Fahrradfahrer, die jetzt ihren Verkehrsraum mit noch mehr Fahrzeugen teilen müssen. Und das ist auch nicht gut für die Autofahrer, weil sie jetzt mit schnell herannahenden Verkehrsteilnehmern rechnen müssen, die ebenso schlecht erkennbar sind, wie Fußgänger.

Wer aber die Einführung der Pedelecs, also der elektrischen Fahrräder erlebt hat, wird der Zukunft zuversichtlich entgegenblicken, denn die Leute, die diese Mittel zur Fortbewegung nutzen, bleiben nicht lange dabei. Das ist am Anfang eine Welle, die sich dann aber ziemlich schnell abschwächt, weil die Nachteile erkannt werden, wie zum Beispiel die Abrechnung am Monatsende oder die geringe Reichweite auf dem Fahrgerät.

Bei Elektrofahrrädern ist diese Welle inzwischen auch wieder verebbt. Ich sehe weniger e-Bike-Fahrer auf der Straße als noch vor einem Jahr. Woran das liegt, weiß ich nicht, aber vielleicht nutzen die e-Bike-Fahrer inzwischen wieder lieber ihr Auto, denn der PKW-Verkehr ist (jedenfalls im Strßenbereich, den ich nutze) ebenfalls nicht wesentlich durch e-Bikes entlastet worden.

Bei e-Bikes wird die Verleih-Infrastruktur erst langsam ausgebaut und die Nutzung bzw. die Anschaffung ist teuer, was den Zulauf an Nutzern bereits deutlich begrenzt. Bei Leih-e-Scootern werden die hohen Kosten erst nach ein paar Monaten realisiert werden. Dann nämlich, wenn die Transportkosten so hoch oder höher sein werden, als beim öffentlichen Personennahverkehr oder dem geliebten PKW. Diese hohen Kosten fallen an, ohne dass man auf den Geräten vor Wetter geschützt wäre oder die Sicherheit eines KFZ hätte.

Beim Fahrrad (ohne Hilfsmotor) ist die Kostenstruktur dann überschaubar, wenn ich mir das Gerät selbst kaufe. Im Verleih kostet das Fahrrad inzwischen auch pro Minute 3,3 ct. Bei einem e-Scooter zahle ich bereits beim Einloggen 1 € Startgebühr und dann einen Minutenpreis von 0,15 € bis 0,20 € für jede angefangene Minute bei einer Reichweite von 30-35 km. Das bedeutet, dass ich für eine Fahrt zur Arbeit 3,55 € bis 5,00 € zahlen müsste, wenn die Ampeln auf "Morgen"-Modus geschaltet sind und ich nirgends über die Straße komme, und ich also ca. 17-20 Minuten auf den 3,5 km unterwegs bin. Mit dem Leihfahrrad würde mich das immerhin noch 56 bis 66 ct kosten.


Das gute, alte, nicht-elektronische Fahrrad kostet mich auf derselben Strecke bei einem Anschaffungspreis von 900 € alle 10 Jahre (hier sind Reparatur und Wartung durch mich selbst bereits enthalten), und einer angenommenen Laufleistung von nur 7 km pro Tag auf dieser Strecke umgerechnet etwa 0,125 €. Also 12,5ct für eine Strecke von 3,5 km gegenüber günstigstenfalls 56 ct oder 3,55 € mit dem e-Scooter. Da muss ich nicht lange nachdenken, da bleibe ich bei Muskelkraft, was mich auch noch ein bisschen fit hält.

Aber aus Spaß, kann man mal mit einem E-Scooter fahren. Das macht nämlich wirklich Spaß, vor allem wenn es so heiß wie die letzten Wochen ist, dass man sich nicht bewegen mag und der Fahrtwind einem Erleichterung verschafft.

Was e-Scooter im Winter bei Schnee und Regen wohl machen werden??? Mein Fahrrad fährt auch bei -30°C oder wenn die Straßen im Schnee versinken, was ich auch schon dokumentiert habe. Wer also will auf das Fahrrad verzichten? Ich bleibe dabei. E-Scooter und E-Bikes sind Spielzeug und sollten auch rechtlich so behandelt werden. Richtig unabhängig und frei bin ich nur, wenn ich mich auf meine Muskelkraft verlassen kann, also mit dem nicht-elektronischen Fahrrad.